Landsberg, Doppelkapelle

 

Denkmalpflegerische Instandsetzung

Der Porphyrfelsen am Rande der Leipziger Mulde hatte wohl schon immer als Fluchtburg gedient. In der 2. Hälfte des 12. Jh. wurde Landsberg bei einer Erbteilung im Hause Wettin Sitz eines Markgrafentums, das bis zum Ende des 13. Jh. bestand. Um 1174 muss die Burg Landsberg im Bau gewesen sein, wahr-scheinlich wurde sie vor 1186 vollendet. Nach 1290 war die Burg nicht mehr ständiger Wohnsitz der Markgrafen, sie geriet in Verfall. Von allen Gebäuden ist nur die Doppelkapelle erhalten. Sie wurde in spätgotischer Zeit um ein drittes Stockwerk als Wohnung des Kaplans erhöht, das hohe Walmdach 1662 aufgesetzt. Von den drei im Osten hervortretenden Konchen ist nur die mittlere im Inneren bemerkbar, die Seitenschiffe schließen innen flach.

Die beiden übereinanderliegenden, durch eine Öffnung in der Zwischendecke miteinander verbundenen Räume (der obere für die Herrschaft, der untere für das Gefolge) haben je 3 durch Arkaden mit Stützenwechsel voneinander geschiedene Schiffe und im Westen je einen durchgehenden Vorraum. Das Treppenhaus liegt an der Südseite. Vom Grundriss her hat also die Doppelkapelle den Charakter einer drei-schiffigen querschifflosen Halle mit Stützenwechsel, Kreuzgratgewölben und Jochbögen. Die besonders schönen Kapitelle der Kapelle entsprechen stilistisch der ermittelten Bauzeit und auch der Tradition des Harzvorlandes.

Im Rahmen der Planung des Gesamtkonzeptes wurden bisher das Dach und die Fassaden denkmalpflegerisch instand gesetzt.

Landsberg, Doppelkapelle im Sonnuntergang